IRMA GmbH, Ingenieurbüro für Recyclingtechnologie, 2003


Dr. Reinhard Panning

Hausmüllanalyse 2002/2003 im Landkreis Stendal
Wesentliche Teile der Kurzfassung des Abschlussberichtes


Im Zeitraum vom Oktober 2002 bis September 2003 wurde eine Hausmüllsortieranalyse (HMA) im Landkreis Stendal durchgeführt. Die hiermit vorgelegte HMA ist die Fortschreibung der Untersuchungen aus den Jahren1996/97.

Ziel ist, auf der Grundlage der Hausmüllsortieranalyse und anderer Bilanzdaten die Abfallwirtschaft des Landkreises ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll weiter zu entwickeln und die Vermeidungs- und Verwertungspotentiale zu erkennen und auszuschöpfen.

Aufgabe war, eine HMA entsprechend den Vorgaben des "Leitfadens für die Durchführung von Untersuchungen zur Bestimmung der Masse und Zusammensetzung fester Siedlungsabfälle in Sachsen-Anhalt" anzufertigen. Die Untersuchungen betrafen Restmüll, hausüllähnliche Gewerbeabfälle, Sperrmüll, sowie LVP- und PPK-Wertstoffe. Spezielle Untersuchungen wurden in Großwohnanlagen Stendals und im Umfeld der Einführung von Müllschleusen in Großwohnanlagen in Tangermünde durchgeführt.

Insgesamt sind an ca. 550 Probenahmestandorte neben Müllsäcken, Papierbündeln und Sperrmüllhaufen etwa 750 Behälter untersucht worden. Über 15.000 Messwerte bildeten die Basis für die im Abschlussbericht dargestellten Untersuchungsergebnisse.

Zu danken ist den Mitarbeitern der ALS Abfallgesellschaft GmbH, dem Umweltamt des Landkreises, der ALBA Altmark GmbH & Co. KG sowie den anderen beteiligten Entsorgungsunternehmen für die geleistete Unterstützung. Die zielstrebige Zusammenarbeit war ein wichtiger Beitrag zum Gelingen der Hausmüllsortieranalyse.

Nachfolgend werden ausgewählte Ergebnisse der Untersuchung vorgestellt.

 

Veranlassung und Aufgabenstellung

Das KrW-/AbfG regelt in § 15 die Pflichten der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger. Gemäß § 19 KrW-/AbfG haben die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger Abfallwirtschaftskonzepte zu erstellen, in denen unter anderem darzustellen ist, auf welchen Wegen Abfälle verwertet oder beseitigt werden, weshalb zu beseitigende Abfälle nicht verwertbar sind und welche Anlagenplanungen vorliegen. Darüber hinaus sind entsprechend § 20 Abfallbilanzen zu erstellen.

Für konzeptionelle Aussagen über die erforderlichen Behandlungswege und Abfallmengen ist die Kenntnis der Zusammensetzung und physikalisch-chemische Beschaffenheit der Abfälle unerlässlich. Diese Daten müssen in Form von Zeitreihen vorliegen, wenn sich die Planung auf belastbare Zahlenwerte stützen soll. Basis dafür sind Hausmüllanalysen.

Besonderer Anlass sind die aufgrund der TASi und der AbfAblV (Novellierung der TASi) zum Juni 2005 eintretenden Beschränkungen für die Ablagerung von Abfällen auf Deponien.

Im Landkreis Stendal ist die Biotonne flächendeckend eingeführt. Eine Befreiung von der Nutzung der Biotonne ist möglich. Das Entleeren von Restmüll und Bioabfällen wird mit Hilfe eines Behälter-Identsystem registriert. Pro Jahr ist eine Anzahl Pflichtentleerungen festgelegt. LVP und PPK können in Depotcontainer oder auf Wunsch haushaltnah in Behältern und/oder gelben Säcken entsorgt werden. Sperrmüll wird straßenweise mehrmals im Jahr und getrennt nach Wertstoffarten abgeholt.

Tabelle 1: Gebietstypen

Gebietstyp Bezeichnung
Land Ländlicher Raum, Einzelbebauung
GWA Großwohnanlagen, errichtet 1960 - 1990
Siedlung Verdichtete Bebauung mit Reihenhauscharakter

Nach den Empfehlungen des Leitfadens für die Durchführung von Hausmüllanalysen sollten vier Kampagnen - in jeder Jahreszeit eine - durchgeführt werden. Zwecks Kontrolle wurde festgelegt, bei dieser HMA eine fünfte Kampagne anzuhängen.

Als Standarduntersuchungen waren in jeder Kampagne in den drei unterschiedlichen Gebietstypen (Tabelle 1) repräsentative Restmüll-Proben zu nehmen - in jedem Gebietstyp in jeder Kampagne 7 Stichproben. Behälter mit einem Fassungsvermögen von 1,1 m³ bildetenn jeweils eine Stichprobeneinheit. Über die konkreten Standorte entschied der Auftraggeber.

Die Beprobung der LVP- und PPK- Wertstoffe erfolgte im Rahmen von Sonderuntersuchungen in der gleichen Weise. Von den Sperrmüllfraktionen war die mit holzhaltigen Abfällen zu untersuchen. Die Zusammensetzung des Sperrmülls wurde anläßlich von Straßensammlungen in jedem Gebietstyp und darüberhinaus an zwei Tagen auf der stendaler Mülldeponie untersucht. Vor und nach Einführung der Müllschleusen in Tangermünde wurden Restmüll und Wertstoffe an den beteffenden 7 Standorten analysiert. Untersuchungen zum Bioabfallaufkommen sind noch nicht abgeschlossen.

Beim Restmüll sollte von den ermittelten Abfallmengen auf das spezifische Aufkommen geschlossen werden. Dementsprechend waren die Massen und Volumen der Abfälle in den Behältern und die den Behältern zugeordnete Einwohnerzahl zu dokumentieren. Hausmüllähnliche Gewerbeabfälle blieben ausgeschlossen.

Die Stichproben vom Restmüll und den Wertstoffen wurden in einer Sortierhalle auf Siebtischen sortiert. Beim Sortieren fand eine Separierung und Verwiegung in 38 Stoffgruppen des Grobmülls (> 40 mm), in 38 Stoffgruppen des Mittelmülls (10 .. 40 mm) und in Feinmüll (< 10 mm) entsprechend der sogenannten 2. Differenzierungsebene für die im Hausmüll enthaltenen Stoffgruppen statt.

Die Sortierung und Verwiegung der Sperrmüllproben erfolgte bei den Straßensammlungen am Ort der Ablagerung beziehungsweise auf der Deponie.

 

Sammelergebnisse

Im Zuge der Sammlung der Stichproben werden Daten erfasst, aus denen das spezifische Abfallaufkommen, die Behälterfüllgrade und die Schüttdichten ermittelbar sind.

Die nachfolgende Tabelle 2 gibt einen Überblick über die Stichproben der Standarduntersuchungen und die gefundenen spezifischen Eigenschaften des Restmülls. Die Werte einer jeden Stichprobengruppe entstanden als gewichtetes Mittel aus 7 Stichprobeneinheiten. In Tabelle 3 und 4 sind die Werte nochmals für die Jahreszeiten und die Gebietstypen zusammengefasst.

Tabelle 2: Zusammengefasste Sammelergebnisse für alle Jahreszeiten und Gebiete
Restmüll-Standarduntersuchungen

Jahreszeit Gebietstyp spezifische Masse in kg/E*a spezifisches Volumen in l/E*a Füllgrad der Behälter in % Schüttdichte in den Behältern in kg/l Bemerkung zum GWA-Standort
Herbst 2002 Land 79 297 95 0,27 1100-l-Behälter
GWA 138 1.217 82 0,11
Siedlung 96 359 98 0,27
Winter 2002/2003 Land 135 360 88 0,37 Behälter < 1100 l
GWA 77 263 93 0,29
Siedlung 71 331 83 0,21
Frühjahr 2003 Land 103 322 98 0,32 Behälter < 1100 l
GWA 54 364 82 0,15
Siedlung 80 326 96 0,24
Sommer 2003 Land 84 349 98 0,24 1100-l-Behälter
GWA 172 1.164 50 0,15
Siedlung 108 328 101 0,33
Herbst 2003 Land 103 418 94 0,25 1100-l-Behälter
GWA 143 1.391 87 0,10
Siedlung 92 446 97 0,21

Tabelle 3: Zusammengefasste Sammeldaten für die Jahreszeiten
Restmüll-Mittelwerte über alle Gebietstypen

Jahreszeit spezifische Masse in kg/E*a spezifisches Volumen in l/E*a Füllgrad der Behälter in % Schüttdichte in den Behältern in kg/l
Herbst 2002 95 459 90 0,21
Winter 2002/2003 101 334 87 0,30
Frühjahr 2003 87 330 94 0,26
Sommer 2003 106 463 72 0,23
Herbst 2003 105 575 92 0,18
Jahr 99 432 87 0,24

Tabelle 4: Zusammengefasste Sammeldaten für die Gebietstypen
Restmüll-Mittelwerte über alle Kampagnen

Gebietstyp spezifische Masse in kg/E*a spezifisches Volumen in l/E*a Füllgrad der Behälter in % Schüttdichte in den Behältern in kg/l
Land 101 349 95 0,29
GWA 117 880 79 0,16
Siedlung 89 358 95 0,25
Landkreis 99 432 87 0,24

Abbildung 1 zeigt, wie unterschiedlich das spezifische Restmüllaufkommen in GWA-Gebieten sein kann - je nach den Bedingungen, die man schafft.

Abbildung 1

Abbildung 1: Unterschiedliche Restmüllaufkommen in GWA-Gebieten

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Sortierergebnisse

Aus den Sortierdaten folgt jeweils die prozentuale Zusammensetzung des Restmülls bzw. der Wertstoffe. Die Ermittelung der Zusammensetzung der Abfälle war die zentrale Aufgabe der Sortieranalyse.

Abbildung 2 zeigt die mittlere prozentuale Zusammensetzung des Restmülls für den Landkreis entsprechend der 38 Stoffgruppen der 2. Differenzierungsebene. Der Siebdurchlauf kennzeichnet den Feinmüllanteil. Der hohe Anteil an Hygieneprodukten wird vor allem durch Windeln hervorgerufen.

Abbildung 2

Abbildung 2: Prozentuale Zusammensetzung des Restmülls im Landkreis Stendal

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Im Folgenden werden die Darstellungen entsprechend der 1. Differenzierungsebene auf 12 Stoffgruppen plus Feinmüllanteil verdichtet. Damit soll eine bessere Übersichlichkeit bei vergleichenden Darstellungen erreicht werden. Tabelle 5 und Abbildung 3 zeigen die entsprechenden Ergebnisse für den gesamten Landkreis. In der Tabelle ist auch der jeweilige Anteil der Stoffgruppen im Grob- und Mittelmüll unterscheidbar. In Abbildung 4 sind die Ergebnisse für die drei Gebietstypen nach den Stoffgruppen der 1. Differenzierungsebene zu sehen.

Tabelle 5: Spezifische Restmüllmassen und prozentuale Zusammensetzung des Restmülls im
Landkreis Stendal nach den Stoffgruppen der 1. Differenzierungsebene
mit Unterscheidung zwischen Grob- und Mittelmüll;
Restmüll-Mittelwerte über alle Kampagnen und Gebiete

Stoffgruppe nach
1. Differenzierungsebene
Spez. Masse in kg/E*a Masse-Anteile in %
Gesamt Grob Mittel Gesamt Grob Mittel
Fe-Metalle 2,80 1,71 1,09 2,89 1,76 1,13
NE-Metalle 0,71 0,58 0,13 0,72 0,59 0,13
Pappe/Papier/Kartonagen 4,30 4,07 0,23 4,30 4,07 0,23
Glas 6,30 5,34 0,96 6,40 5,39 1,01
Kunststoffe 5,96 5,66 0,30 5,99 5,68 0,31
Bioabfälle 27,64 21,39 6,24 27,64 21,34 6,30
Holz 0,88 0,73 0,15 0,90 0,74 0,15
Textilien 4,21 4,18 0,03 4,30 4,27 0,03
Mineralstoffe (kein Glas) 10,46 7,46 3,00 10,58 7,53 3,06
Verbunde (komplexe Produkte) 3,18 2,94 0,24 3,26 3,02 0,24
Schadstoffbelastete Produkte (Problemabfälle) 1,68 1,47 0,21 1,66 1,45 0,21
Stoffe, a.n.g. 12,14 11,90 0,24 12,31 12,06 0,24
Siebdurchlauf (Feinmüll) 18,48   18,48 19,06   19,06
Summe 98,7   98,7 100,0   100,0

Abbildung 3

Abbildung 3: Prozentuale Zusammensetzung des Restmülls im Landkreis Stendal
nach den Stoffgruppen der 1. Differenzierungsebene

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Im Verlauf der Jahreszeiten ist bei der Restmüllzusammensetzung kein eindeutiger Trend feststellbar. Der Unterschied zwischen den beiden Herbst-Kampagnen ist nur mit der allgemeinen Schwankung der Zusammensetzung der Abfälle zu erklären. Demgegenüber sind die Unterschiede zwischen den Gebietstypen Land und Siedlung auf der einen und GWA auf der anderen Seite deutlich.

Abbildung 4

Abbildung 4: Restmüllzusammensetzung für die Gebietstypen
nach den Stoffgruppen der 1. Differenzierungsebene

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In Tabelle 6 und den Abbildungen 5 und 6 sind die Ergebnisse aus verschiedenen GWA-Gebieten dargestellt. Das ist eine Detailierung dessen, was Abbildung 1 zeigt. Man erkennt, dass die Verminderung der Restmüllmengen, bei Nutzung kleinerer Behälter durch Senkung der Wertstoffanteile im Restmüll erreicht wird. Die Zusammensetzung des Restmülls unter Müllschleusen hat eine ähnliche Zusammensetzung wie die bei der Nutzung kleiner Behälter. Die absoluten Anteile sind jedoch nahezu proportional reduziert, weil der Anteil der sonstigen Stoffe sich verdoppelte (Windeln).

Tabelle 6: Restmüll-Zusammensetzung an verschiedenen GWA-Standorten,
gemittelt nach den Stoffgruppen der 1. Differenzierungsebene

Stoffgruppe nach
1. Differenzierungsebene
GWA mit 1100-l-Behältern GWA Behälter < 1100 l GWA mit 1100-l-Behältern
als kritisch vermutetes Gebiet
Spez. Masse in kg/E*a Anteile in Masse-% Spez. Masse in kg/E*a Anteile in Masse-% Spez. Masse in kg/E*a Anteile in Masse-%
Ge-
samt
Grob-
müll
Mit-
tel-
müll
Ge-
samt
Grob-
müll
Mit-
tel-
müll
Ge-
samt
Grob-
müll
Mit-
tel-
müll
Ge-
samt
Grob-
müll
Mit-
tel-
müll
Ge-
samt
Grob-
müll
Mit-
tel-
müll
Ge-
samt
Grob-
müll
Mit-
tel-
müll
Fe-Metalle 4,29 3,97 0,33 3,00 2,78 0,22 0,95 0,58 0,36 1,57 0,95 0,62 4,18 3,85 0,32 2,97 2,75 0,22
NE-Metalle 0,89 0,77 0,12 0,59 0,51 0,08 0,46 0,38 0,07 0,75 0,64 0,11 0,99 0,85 0,14 0,66 0,57 0,09
Pappe/Papier/Kartonagen 15,16 14,91 0,26 10,20 10,02 0,18 3,54 3,24 0,30 5,76 5,32 0,44 13,07 12,84 0,23 9,32 9,16 0,16
Glas 11,93 11,73 0,19 7,97 7,84 0,13 2,30 2,09 0,21 3,79 3,47 0,32 14,28 13,96 0,32 10,01 9,80 0,21
Kunststoffe 14,59 14,31 0,28 9,70 9,51 0,19 4,08 3,90 0,18 6,10 5,82 0,28 11,81 11,57 0,25 8,14 7,97 0,17
Bioabfälle 60,29 52,98 7,31 39,33 34,44 4,89 28,49 23,90 4,59 42,61 35,49 7,12 67,12 56,00 11,12 46,60 38,96 7,64
Holz 1,22 1,15 0,08 0,86 0,81 0,05 0,25 0,22 0,03 0,39 0,34 0,05 1,32 1,30 0,02 0,82 0,81 0,01
Textilien 10,18 10,17 0,02 7,00 6,98 0,01 3,01 3,00 0,01 4,73 4,72 0,02 5,35 5,34 0,01 3,64 3,64 0,00
Mineralstoffe (kein Glas) 7,16 7,02 0,14 4,23 4,14 0,09 1,19 0,98 0,21 1,90 1,54 0,36 2,48 2,33 0,14 1,60 1,50 0,10
Verbunde (komplexe Produkte) 7,06 6,81 0,25 4,90 4,73 0,17 1,52 1,42 0,10 2,36 2,21 0,15 5,09 4,90 0,20 3,33 3,20 0,13
Schadstoffbelastete Produkte (Problemabfälle) 0,75 0,56 0,19 0,51 0,38 0,13 0,65 0,50 0,14 1,00 0,75 0,25 0,91 0,69 0,22 0,61 0,45 0,16
Stoffe, a.n.g. 12,82 12,61 0,20 8,62 8,48 0,14 12,95 12,80 0,15 20,06 19,82 0,24 13,96 13,80 0,16 9,27 9,15 0,11
Siebdurchlauf (Feinmüll) 4,65   4,65 3,09   3,09 5,94   5,94 8,98   8,98 4,43   4,43 3,04   3,04
Summe 151,0   151,0 100,0   100,0 65,3   65,3 100,0   100,0 145,0   145,0 100,0   100,0

Abbildung 5

Abbildung 5: Restmüll-Zusammensetzung in Masse-%
an verschiedenen GWA-Standorten,
gemittelt nach den Stoffgruppen der 1. Differenzierungsebene

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Abbildung 6

Abbildung 6: Restmüll-Zusammensetzung in kg/E*a
an verschiedenen GWA-Standorten,
gemittelt nach den Stoffgruppen der 1. Differenzierungsebene

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Die Zusammensetzung von Wertstoffen zeigen Tabelle 7 - Abbildung 7 enthält sie für die LVP grafisch.

Ein deutliche Abhängigkeit der Wertstoffzusammensetzungen vom Sammelsystem (gelber Sack / Behälter und Bündelsammlung / Behälter) war nicht feststellbar. Der Störstoffgehalt in den PPK-Wertstoffen erwies sich in fast allen Stichproben mit unter 5 % als sehr gering.

Tabelle 7: Zusammengefasste Sortierergebnisse LVP und PPK
gemittelt nach den Stoffgruppen der 1. Differenzierungsebene

Stoffgruppe nach
1. Differenzierungsebene
Anteile in Masse-%
LVP PPK
Gesamt Grobmüll Mittelmüll Gesamt Grobmüll Mittelmüll
Fe-Metalle 10,43 10,09 0,34 0,03 0,01 0,01
NE-Metalle 2,25 2,07 0,17 0,03 0,02 0,01
Pappe/Papier/Kartonagen 13,67 13,49 0,18 96,75 96,68 0,07
Glas 6,36 6,21 0,15 0,33 0,33 0,00
Kunststoffe 34,37 33,85 0,52 0,48 0,46 0,01
Bioabfälle 13,90 11,61 2,30 0,62 0,59 0,04
Holz 0,55 0,51 0,04 0,16 0,16 0,00
Textilien 3,43 3,42 0,01 0,33 0,32 0,00
Mineralstoffe (kein Glas) 0,62 0,49 0,13 0,06 0,05 0,01
Verbunde (komplexe Produkte) 7,57 7,35 0,21 0,46 0,43 0,02
Schadstoffbelastete Produkte (Problemabfälle) 0,47 0,30 0,17 0,30 0,29 0,01
Stoffe, a.n.g. 4,71 4,59 0,12 0,38 0,37 0,01
Siebdurchlauf (Feinmüll) 1,66   1,66 0,07   0,07
Summe 100,0   100,0 100,0   100,0

Abbildung 7

Abbildung 7: Zusammensetzung von LVP, gemittelt nach
den Stoffgruppen der 1. Differenzierungsebene

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Holzhaltiger Sperrmüll ist entsprechend der 1. Differenzierungsebene sortiert worden. Zusätzlich wurde die Stoffgruppe 'Verbunde' nach der 2. Differenzierungsebene getrennt. Separat gefundene Kleinteile, die als mülltonnengängig beurteilt wurden sind den sonstigen Abfällen zugeordnet worden, wie auch Säcke, die offensichtlich normalen Restmüll kleiner Abmaße enthielten

Überraschend ist die geringe Varianz der Zusammensetzung. Der etwas erhöhte Anteil von sonstigen Abfällen bei Deponieanlieerung kann auf den erhöhten Anteil zerbrochener Teile (durch Einwurf und Verdichtung) zurückgeführt werden

Tabelle 8: Ergebnisse der Sperrmüllanalysen, Angaben in Masse-% für jede einzelne Stichprobe

Stoffgruppe nach
1. und teilweise 2. Differenzierungsebene
Anteile in Masse-%
Staßensammlung Deponieanlieferung
Land GWA Siedlung Deponie 1.Tag Deponie 2.Tag
Fe-Metalle 0,46 0,65 0,03 0,36 0,28
NE-Metalle 0,11 0,11 0,09 0,00 0,18
Pappe/Papier/Kartonagen 0,63 0,75 0,05 3,33 1,13
Glas 0,36 0,07 1,05 0,57 1,3
Kunststoffe 5,61 2,15 3,78 2,94 0,85
Bioabfälle 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Holz 53,67 54,84 53,83 52,47 60,4
Textilien 14,49 12,53 14,39 8,31 10,12
Mineralstoffe (kein Glas) 1,83 0,07 0,34 1,4 0,5
Verbund-Verpackungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Elektronikschrott 0,98 0,61 0,18 0,76 0,47
Verbund-Möbel 15,94 26,24 20,51 15,52 16,02
Fahrzeugteile 0,00 0,00 0,00 0,42 0,00
Sonstige Verbunde 3,97 0,42 2,16 2,09 2,42
Schadstoffbelastete Prod. 0,00 0,00 0,00 0,00 0,10
Stoffe, a.n.g. 1,95 1,56 3,59 11,82 6,21
Summen 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0

Abbildung 8

Abbildung 8: Prozentuale Zusammensetzung der Sperrmüllstichproben

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Weitere Ergebnisse

In Tabelle 9 sind Ergebnisse der chemisch-physikalischen Untersuchungen für die Kampagnen und Gebietstypen zusammengefasst und vergleichend mit den berechneten Werten dargestellt. Heizwerte (Hu der Frischsubstanz) und Feuchtegehalt zeigen nocheinmal die Abbildung 9 und die Abbildung 10.

Der wegen des höheren PPK und Kunststoffanteils und der geringeren mineralischen Anteile erwartete höhere Heizwert des Restmülls aus GWA wird vor allem durch den höheren Feuchtegehalt (höherer Bioabfallanteil) verhindert. Der Verlauf des Heizwertes über die Jahreszeiten wird offensichtlich stark von den Feuchtegehalten beeinflusst. Für die starken Schwankungen des Feuchtegehaltes gibt es keine befriedigende Erklärung.

Tabelle 9: Gegenüberstellung gemessener und berechneter
Mittelwerte für die Feuchten und die Heizwerte

Feuchte in Masse-% Kampagnen Jahr
Herbst 2002 Winter 2002/2003 Frühjahr 2003 Sommer 2003 Herbst 2003
Fraktion < 40 mm Messwert 22,1 46,4 26,1 21,1 35,0 30,2
Feinmüll Messwert 23,7 47,4 15,7 17,8 31,0 27,1
Gesamt-Restmüll Berechneter Wert 14,5 29,5 13,4 15,7 21,8 18,5
Feuchte in Masse-% Gebietstypen Landkreis
Land GWA Siedlung
Fraktion < 40 mm Messwert 31,7 43,7 23,1 30,2
Feinmüll Messwert 29,9 42,3 18,0 27,1
Gesamt-Restmüll Berechneter Wert 20,1 26,5 14,0 18,5
Heizweit Hu
in MJ/kg
Kampagnen Jahr
Herbst 2002 Winter 2002/2003 Frühjahr 2003 Sommer 2003 Herbst 2003
Fraktion < 40 mm Messwert 8,3 2,5 5,5 7,0 6,7 6,0
Feinmüll Messwert 2,1 2,4 3,0 2,4 2,6 2,5
Gesamt-Restmüll Berechneter Wert 7,7 4,5 6,4 7,2 6,7 6,5
Heizweit Hu
in MJ/kg
Gebietstypen Landkreis
Land GWA Siedlung
Fraktion < 40 mm Messwert 6,0 7,7 5,4 6,0
Feinmüll Messwert 2,5 4,0 2,0 2,5
Gesamt-Restmüll Berechneter Wert 6,0 6,9 6,6 6,5

Abbildung 9

Abbildung 9: Berechnete mittlere Feuchten des Gesamtmülls

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Abbildung 10

Abbildung 10: Berechnete mittlere Heizwerte Hu des Frischmülls

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Abschließend noch ein Vergleich der neuen Ergebnisse mit den Ergebnissen der Untersuchungen von 1996/97 bezüglich des Restmüllaufkommens. Auch wenn die Definition der einzelnen Stoffgruppen bei beiden Untersuchungen etwas unterschiedlich war, läßt sich eine Halbierung des spezifischen Aufkommens erkennen. Auffällig ist der starke Rückgang der spezifischen Werte bei PPK und Glas und demgegenüber die (verständliche) Konstanz der mineralischen Anteile (Tabelle 10 und Abbildung 11).

Tabelle 10: Vergleich der festgestellten mittleren spezifischen Massen auf der Basis
der Standarduntersuchungen mit Literaturdaten für die Stoffgruppen
der 1. Differenzierungsebene

Stoffgruppen LK SDL
1996
LK SDL
2002/03
kg/E*a kg/E*a
(Fe-)Metalle 7,8 2,8
NE-Metalle 0,0 0,71
Pappe/Papier/Kartonagen 16,9 4,3
Glas 15,5 6,3
Kunststoffe 10,0 6,0
Bioabfälle 45,2 27,6
Holz 0,0 0,9
Textilien 6,1 4,2
Mineralstoffe (kein Glas) 9,4 10,5
Verbunde (komplexe Produkte) 8,7 3,2
Schadstoffbelastete Produkte (Problemabfälle) 1,1 1,7
Andere Stoffe, a.n.g. 30,3 12,1
Feinmüll 27,1 18,5
Summe 178,0 98,7

Abbildung 11

Abbildung 11: Vergleich der festgestellten mittleren spezifischen Massen auf der Basis
der Standarduntersuchungen mit Literaturdaten für
die Stoffgruppen der 1. Differenzierungsebene

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Auftraggeber: ALS Abfallentsorgungsgesellschaft Osterburg